Etappe 8
Der Weg zu den Turbinen
Das im Stollen mit freier Oberfläche fliessende Wasser wurde in einer Kammer angesammelt, um dann unter Druck in das richtigerweise genannte «Druckrohr» eingelassen zu werden. Um die Leistung der Anlage zu steigern wurde 1919 neben der Speicherkammer aus dem Jahr 1903 ein Sammelbecken gebaut, der anfänglich bis zu 12'000 Kubikmeter fassen konnte; nachdem die Mauern erhöht wurden, erreichte die Speicherkapazität 1951 20'000 Kubikmeter.
Das Sammelbecken wurde Ende der 1960er Jahre ausser Betrieb gesetzt, als in unmittelbarer Nähe die heutigen Einrichtungen gebaut wurden: das neue Druckrohr, das über eine Länge von 60 Metern in den Berg hineindringt, die unterirdische Kammer mit Drosselklappe und der piezometrische Schacht.
Das alte Sammelbecken, von dem man eine wunderschöne Aussicht hat, kann man in 15 Minuten erreichen. Um dorthin zu gelangen muss man den Wanderweg auf linker Seite nehmen, der mit dem Wegweiser «Vecchio bacino» versehen ist, und der entlang des Druckrohrs hinaufsteigt. Um den Lehrpfad zu beenden, muss man hingegen rechts abbiegen.
Die 1903 gebaute Speicherkammer; im Vordergrund der Kanal, mit dem Wasser abgelassen wurde. Rechts unten sieht man das ursprüngliche, 880 Meter lange Druckrohr, welches das Wasser dem Wasserkraftwerk von Giubiasco zuführte. Die Morobbia-Anlage war eines der ersten bedeutenden Wasserkraftwerke der Schweiz mit grosser Fallhöhe und diente als bahnbrechendes Modell für verschiedene technische Innovationen.
Unter diesen der Bau einer Druckleitung mit zusammengeschweissten anstatt – wie damals üblich – zusammengenagelten Rohren.
Stellungnahme des Unternehmens Francesco Caravati & Co. aus Varese zur Liquidation der Anlagen für die Bettung des Druckrohrs (26. Mai 1903). Mit dem grossen Teil der Bauarbeiten für das erste Wasserkraftwerk beauftragt, geriet die lombardische Firma oft in Konflikt mit der Bauleitung.
Bauarbeiten für die zweite Druckleitung, die 1935 neben das erste, für einen optimalen Betrieb der Anlage nunmehr ungenügende Rohr gestellt wurde.
Die heutige Druckrohrleitung, die 1969 erstellt wurde, folgt dem ursprünglichen Trassee einer der beiden alten Einrichtungen, die inzwischen abgebaut wurden.
Das Druckrohr von 1969 ist fast beendet.